OF FATHERS AND SONS – DIE KINDER DES KALIFATS

Koranstudium statt Matheunterricht, Kampftraining statt Fußballtraining, militärische Disziplin statt jugendlicher Rebellion – das ist der Alltag für Ayman (12) und Osama (13). Die beiden Brüder wachsen in Syrien auf und sollen islamische Gotteskrieger werden. So jedenfalls erzieht sie ihr Vater, der al-Nusra-Rebellenführer Abu Osama, dessen größter Traum die Errichtung eines Kalifats ist.

Regisseur Talal Derki kehrt für OF FATHERS AND SONS – DIE KINDER DES KALIFATS in sein Heimatland zurück. Er gibt sich als Anhänger der Salafisten aus und gewinnt so das Vertrauen einer radikal-islamistischen Familie. Über einen Zeitraum von zwei Jahren begleitet er ihren Alltag und zeigt einzigartige und emotionale Einblicke in eine sonst hermetisch abgeriegelte Welt.

OF FATHERS AND SONS – DIE KINDER DES KALIFATS ist in der Auswahl für den OSCAR™ 2019 in der Kategorie Dokumentarfilm. Er lief auf über 100 Festivals weltweit und wurde mit mehr als 20 Preisen ausgezeichnet. Der neue Dokumentarfilm von Talal Derki gewann unter anderem den renommierten World Cinema Documentary Grand Jury Prize des Sundance Film Festivals 2018 und den Fritz-Gerlich-Preis beim 36. Filmfest München. OF FATHERS AND SONS – DIE KINDER DES KALIFATS war für den Europäischen Filmpreis 2018 nominiert und ist in der Vorauswahl für den Deutschen Filmpreis 2019.

Es erforderte viel Mut und Durchsetzungsvermögen, um hinter die Kulissen dieser hermetisch abgeschlossenen Gemeinschaft in seiner Heimat blicken zu können: Talal Derki zeigt den Alltag einer radikal-islamistischen Großfamilie im vom Krieg verwüsteten Syrien aus einer noch nie gezeigten Perspektive. Um sich frei bewegen und drehen zu können, hat sich der in Berlin lebende Regisseur als Kriegsreporter und Anhänger des Salafismus ausgegeben und schrittweise das Vertrauen des Clans gewonnen. Im Zentrum steht der Rebellenführer Abu Osama, der seine heranwachsenden Söhne zu furchtlosen Gotteskriegern erziehen will – ohne Rücksicht auf ihr Alter oder ihre persönliche Entwicklung.

Port au Prince Pictures bringt den Film am 21. März 2019 ins Kino. OF FATHERS AND SONS – DIE KINDER DES KALIFATS ist eine deutsch-syrisch-libanesisch-katarische Produktion von BASIS BERLIN Filmproduktion in Koproduktion mit Ventana Film, Cinema Group Production, SWR und RBB in Zusammenarbeit mit Arte und Impact Partners. Gefördert vom Sundance Institute Documentary Film Program, IDFA Bertha Fund, The Arab Fund for Arts and Culture, Screen Institute Beirut, Medienboard Berlin-Brandenburg (MBB), Deutscher Filmförderfonds (DFFF), Doha Film Institute (DFI) und The Netherlands Consulate General (Special Advisor for Syria).

OF FATHERS AND SONS – DIE KINDER DES KALIFATS wurde zwischen Sommer 2014 und September 2016 gedreht. Während dieser Zeit verbrachten Talal Derki und sein Kameramann Kahtan Hasson mehr als 300 Tage mit der Familie. Abu Osama starb im Oktober 2018 beim Entschärfen einer Autobombe. Er hinterlässt zwei Ehefrauen und zwölf Kinder.

Ein einzigartiger Einblick

The Hollywood Reporter

Eindringlich und bildgewaltig

Variety

Intensiv

Los Angeles Times

Ein nuanciertes Porträt

Big Apple Review

Beeindruckende Arbeit

Amnesty Journal

Regisseur

Talal Derki wurde in Damaskus geboren und lebt seit 2014 in Berlin. Er hat Regie in Athen studiert, um anschließend zunächst als Regieassistent bei zahlreichen Spielfilmproduktionen mitzuwirken. Bevor er begann, seine eigenen Filme zu realisieren, arbeitete er außerdem als Regisseur für verschiedene arabische Fernsehprogramme und als freiberuflicher Kameramann für CNN und Thomson & Reuters. Derkis Kurz- und Dokumentarfilme sind mit zahlreichen Festivalpreisen ausgezeichnet worden, unter anderem dem World Cinema Grand Jury Prize Documentary des Sundance Film Festivals für RETURN TO HOMS (2014) und OF FATHERS AND SONS (2018). 2014 war er Teil der Internationalen Jury der IDFA.

Director’s Note

„Nach meinem Dokumentarfilm RÜCKKEHR NACH HOMS über den jungen Rebellen Basset Sarut und seine Kampfgefährten wollte ich tiefer eindringen in die Emotionen und in die Psychologie des Krieges in Syrien. Ich wollte verstehen, warum Menschen sich radikalisieren und was sie dazu bewegt, nach den strikten Regeln des sogenannten Islamischen Staates zu leben. In den Medien wird der Krieg oft als ein Schachspiel dargestellt – und der Islam als das Böse abgestempelt. Wenn wir Bilder aus diesem Krieg sehen, haben wir häufig das Gefühl, dies sei eine irreale Parallelwelt. Deshalb wollte ich in OF FATHERS AND SONS – DIE KINDER DES KALIFATS eine direkte Beziehung zwischen Protagonisten und Publikum herstellen. Ich wollte die Zuschauer – durch die Bilder meiner Kamera – mitnehmen auf meine Reise.

Die Hauptcharaktere meines Films sind Abu Osama (45), einer der Gründer von al-Nusra – dem syrischen Arm der Al-Quaida – sowie seine beiden ältesten Söhne Osama (13) und Ayman (12). Ich habe über einen Zeitraum von fast zweieinhalb Jahren mit ihnen gelebt und wurde Teil ihrer Familie. Obwohl ich Atheist bin, habe ich jeden Tag mit ihnen gebetet und das Leben eines guten Muslims geführt – um herauszufinden, was momentan mit meinem Land passiert. Abu Osama ist nicht nur ein liebender Vater, er ist auch Experte für Autobombenanschläge und Minenräumungen und glaubt fest an ein Kalifat – eine islamische Gesellschaft unter den Gesetzen der Scharia. Und in diesem Sinne erzieht er seine Kinder.

Ich bin Osama und Ayman in ein Trainingscamp für junge Kämpfer gefolgt und habe angefangen zu verstehen, wie die Kinder beeinflusst werden, und dass sie tatsächlich keine Chance haben, sich frei zu entscheiden. Wie werde ich zu dem, der ich bin? Wo ist Hoffnung? Wie wird die Zukunft aussehen? Welche Wahl haben wir? Die Kinder haben uns ermöglicht, eine emotionale Erfahrung zu machen und so die komplexe Tragödie in Syrien zu verstehen. Oft sind sie es, die diesen ganzen Wahnsinn durchschauen – auf ihre eigene, kindliche Weise. Sie können die Hoffnung retten.

OF FATHERS AND SONS – DIE KINDER DES KALIFATS ist meine persönliche Reise durch ein völlig zerstörtes Land und eine notleidende Gesellschaft, auf der Suche nach Antworten auf meine verzweifelten Fragen über die Zukunft meines Landes und die Zukunft meiner Familie, die ins Exil fliehen musste.“

Regisseur Talal Derki

Kinotour

Die OF FATHERS AND SONS - Kinotour zum Kinostart mit Regisseur Talal Derki, weiteren Filmbeteiligten und Filmgespräch im Anschluss.

Ab dem 11.03. - Sei dabei in deiner Stadt und sichere dir jetzt schon Tickets!

Stuttgart Premiere
Mit Talal Derki (Regie), Prof. Jan Ilhan Kizilhan (Traumaexperte)
Moderation: Jens Ostwaldt (Demokratiezentrum Baden-Württemberg)
Delphi Montag, 11.03. 18:00 Uhr Ticketlink
Berlin Premiere
Grußwort: Rudi Tarneden (Unicef)
Mit Talal Derki (Regie), Ilyas Saliba (Amnesty International), Claudia Dantschke (Leiterin HAYAT Deutschland), Kristin Helberg (Journalistin)
Moderation: Dr. Andreas Goetze (Landespfarrer für den Interreligiösen Dialog)
Urania Dienstag, 12.03. 19:30 Uhr Ticketlink
Hamburg Premiere
Mit Talal Derki (Regie), Pirko Selmo (Jiyan Foundation)
Moderation: Antje Windler (Neue Gesellschaft)
Abaton Mittwoch, 13.03. 19:00 Uhr Ticketlink
Hamburg Premiere in Kooperation mit der ZEIT-Stiftung Ebelin und Gerd Bucerius
Mit Talal Derki (Regisseur, Berlin), Christiane Fröhlich (Friedens- und Konfliktforscherin, German Institute of Global and Area Studies (GIGA), Hamburg), Georg Mascolo (Leiter des Rechercheverbunds aus NDR, WDR und Süddeutscher Zeitung, Hamburg)
Moderation: Djamila Benkhelouf (Journalistin, NDR, Hamburg)
Zeise Mittwoch, 13.03. 20:15 Uhr Ticketlink
Augsburg
Mit Talal Derki (Regie), Andrea Finkel (Amnesty International)
Moderation: Daniela Bergauer & Michael Hehl (Liliom Kino)
Liliom Donnerstag, 14.03. 17:45 Uhr Ticketlink
München
Mit Talal Derki (Regie)
Monopol Donnerstag, 14.03. 20:15 Uhr Ticketlink
Berlin
Mit Talal Derki (Regie)
Moderation: Nadja Vancauwenberghe (Chefredakteurin Ex-Berliner)
Hackesche Höfe Freitag, 15.03. 19:30 Uhr Ticketlink
Bamberg
Mit Talal Derki (Regie)
Moderation: Gerrit Zachrich (Lichtspiel Kino)
Lichtspiel Montag, 18.03. 18:00 Uhr Ticketlink
Nürnberg
Mit Talal Derki (Regie), Florian Endres (BAMF)
Moderation: Rainer Neußer (Menschenrechtsbüro der Stadt Nürnberg)
Casablanca Montag, 18.03. 20:00 Uhr Ticketlink
Köln
Mit Talal Derki (Regie), Mina Ahadi (Zentralrat der Ex-Muslime), Mitra Moussa Nabo (Deutsches Forum Kriminalprävention), Rudi Tarneden (Pressesprecher Unicef)
Moderation: Inga Nehlsen (Deutsches Forum Kriminalprävention)
Odeon Dienstag, 19.03. 19:30 Uhr Ticketlink
Bonn
Mit Talal Derki (Regie), Kaan Mustafa Orhon (Hayat)
Moderation: Lena von Seggern (Diakonisches Werk Bonn)
Rex Kino Mittwoch, 20.03. 19:30 Uhr Ticketlink
Münster
Mit Talal Derki (Regie), Kaan Mustafa Orhon (Hayat)
Cinema Donnerstag, 21.03. 19:00 Uhr Ticketlink
Berlin
Mit Ansgar Frerich (Produktion), Thomas Mücke (VIOLENCE PREVENTION NETWORK)
fsk Donnerstag, 21.03. 20:15 Uhr Ticketlink
Düsseldorf
Mit Talal Derki (Regie), Mitra Moussa Nabo (Deutsches Forum Kriminalprävention), Alexander Gesing (Grenzgänger)
Metropol Freitag, 22.03. 19:00 Uhr Ticketlink
Rostock
Mit Eva Kemme (Produktion)
Moderation: Patrick Tempel (CDU Rostock)
Lichtspieltheater Wundervoll Freitag, 22.03. 19:00 Uhr Ticketlink
Frankfurt präsentiert von der Heinrich-Böll-Stiftung
Mit Talal Derki (Regie)
Moderation: Ralf Zwengel (Heinrich-Böll-Stiftung)
Mal Seh’n Samstag, 23.03. 18:00 Uhr Ticketlink
Frankfurt
Mit Talal Derki (Regie)
Moderation: Katja Maurer (Medico International)
Mal Seh’n Samstag, 23.03. 20:30 Uhr Ticketlink
Recklinghausen Kirchliches Filmfestival Recklinghausen
Mit Tobias Siebert (Produzent)
Cineworld Recklinghausen Samstag, 23.03. 19:30 Uhr
Würzburg
Mit Talal Derki (Regie), Katharina Wehinger (Bündnis für Demokratie und Zivilcourage)
Moderation: Stephanie Böhm (Akademie Frankenwarte)
Central im Bürgerbräu Sonntag, 24.03. 11:00 Uhr Ticketlink
Regensburg
Mit Talal Derki (Regie), Andrea Holzer (Universität Regensburg), Vasfiye Ermegan (Caritas Regensburg)
Moderation: Harry Landauer (Caritas Regensburg)
Ostentor Sonntag, 24.03. 14:30 Uhr Ticketlink
Kiel präsentiert vom Länderbüro Norddeutschland der Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit
Mit Jörg Trentmann (Port au Prince Pictures), Kim Lisa Becker (PROvention/ Fachstelle Liberi)
Moderation: Michael Anders (Friedrich Naumann Stiftung Lübeck)
Kino in der Pumpe Donnerstag, 25.03. 18:30 Uhr Ticketlink
Hamburg
Mit Tobias Siebert (Produzent)
Zeise Montag, 25.03. 20:00 Uhr Ticketlink
Berlin
Mit Eva Kemme (Produktion), Ansgar Frerich (Produktion)
Moviemento Dienstag, 26.03. 20:00 Uhr Ticketlink
Hamburg
Mit Niels Annen (SPD, Auswärtiges Amt)
Abaton Dienstag, 26.03. 20:15 Uhr Ticketlink
Berlin
Mit Anne Fabini (Montage & Schnitt)
Eva Lichtspiele Freitag, 29.03. 20:00 Uhr
Berlin
Mit Anne Fabini (Schnitt & Montage)
Kino Union Donnerstag, 04.04. 20:00 Uhr Ticketlink

Hintergrund

Lage in Syrien

Im März 2011 kam es in syrischen Städten und Gemeinden zu friedlichen Massendemonstrationen. Die Protestierenden forderten von der herrschenden Assad-Dynastie demokratische Reformen. Die Assads regierten Syrien mehr als vier Jahrzehnte mit eiserner Hand und zerstörten jedes Zeichen von Widerspruch. Diese Protestbewegung, inspiriert von ähnlichen Bewegungen in Ägypten oder Tunesien, vermittelte das erste Mal seit Jahren die Hoffnung, dass sich Syrien von seiner autoritären Regierung befreien könnte. Aber statt sich mit den Forderungen der Demonstranten auseinanderzusetzen, antwortete die Regierung mit unvorstellbarer Brutalität: Eine Welle von Morden, Folter und Verschleppungen rollte durch das Land. Die Revolte sollte mit brachialer Gewalt niedergeschlagen werden.

Aus der friedlichen Reformbewegung entwickelte sich im Lauf des Jahres 2011 allmählich eine bewaffnete Rebellion – nun mit dem Ziel, das Assad-Regime zu stürzen. Eine Vielzahl bewaffneter Oppositionsgruppen tauchte auf, manche mit nationalistischem, andere mit religiösem Hintergrund. Konfrontiert mit der bestens ausgestatteten Unterdrückungsmaschinerie der syrischen Regierung, wurden viele Gruppen abhängig von Waffen und finanzieller Unterstützung aus dem Ausland. Die Hilfe aus der Türkei, Katar, Saudi Arabien und den USA hielt die Rebellengruppen zwar am Leben, reichte jedoch nicht aus, um den Verlauf des Bürgerkriegs zu ihren Gunsten entscheidend zu verändern. Das Resultat war eine Pattsituation, in der es sowohl auf der Seite der Rebellen als auch der Regierungspartei furchtbare Verluste gab, in der jedoch keine der Konfliktparteien den endgültigen Sieg für sich verbuchen konnte. Syrische Städte lagen in Trümmern, und in einem Massenexodus verließen Millionen Menschen das Land.

Während sich die Kämpfe jahrelang hinzogen, und die Struktur der syrischen Gesellschaft gewaltsam zerstört wurde, brachen überall im Land Recht und Ordnung zusammen. In den so entstandenen Lücken breiteten sich extremistische Gruppen aus. Diese Gruppen, einschließlich Al-Quaida und Islamischer Staat, machten sich das Versagen und die Nicht-Organisation anderer Rebellentruppen sowie den weitverbreiteten Hass in der syrischen Bevölkerung auf das Assad-Regime zunutze. Sie boten Schutz, Disziplin, Ordnung und Verständnis für all jene Syrer, deren Lebensraum durch den Krieg zerstört wurde. Als der Konflikt in apokalyptische Szenen von Angriffen mit chemischen Waffen und Massenexekutionen von Zivilisten mündete, bekamen die Extremisten die traumatisierte Gesellschaft noch fester in ihren Griff. Nach einiger Zeit begannen sie überall auf der Welt Menschen zu akqurieren, die an ihrer Utopie, Syrien zu einem theokratischen Staat umzugestalten, mitwirken wollten.

Momentan scheint es so, dass sich beim Krieg in Syrien eine Lösung abzeichnet, wenn auch eine womöglich nicht für alle Beteiligten gerechte. Mit Unterstützung ihrer Gönner in Russland und im Iran gelang es dem Assad-Regime die Kontrolle über die bevölkerungsreichsten Gebiete des Landes wiederzuerlangen. Unterdessen ist der Norden des Landes zwischen kurdischen Polit-Splittergruppen, der türkischen Regierung und versprengten Resten der bewaffneten Opposition in verschiedene Einflusszonen aufgeteilt. Zwar ist ein Ende des Krieges in Sicht, die Perspektive für einen dauerhaften Frieden hingegen noch weit entfernt. Die Verbrechen der vergangenen sieben Jahre wurden nicht gesühnt und die Symptome, die den Aufstand ausgelöst haben, sind gegenwärtiger denn je. Die Welt ringt mit den massiven Auswirkungen des Krieges in Syrien – einschließlich der Flüchtlingskrise in Europa – deshalb ist es wichtiger denn je, die Wurzeln des Konflikts und die fortdauernden Konsequenzen daraus zu verstehen.

- Murtaza Hussein, The Intercept

Bundesamt für Migration und Flüchtlinge

„Der Film "Of Fathers and Sons" bietet einen umfassenden Einblick in die Gedankenwelt der Menschen, die jihadistische Ideologie leben. Aus der Sicht der Beratungsstelle "Radikalisierung" ist dem Regisseur Talal Derki neben einer mitreißenden visuellen Darbietung vor allem eine geistige Reise in die Alltäglichkeit der unter dem "Schwarzen Banner" kämpfenden und lebenden Menschen gelungen.

Die Beziehung zwischen Vätern und Kindern wird oft in der Fachwelt als eine Ursache für Radikalisierungsprozesse diskutiert, hier ist aber diese Beziehung durch extremistische Lebenseinstellungen geprägt. Liebevoll und vertrauend begleitet der Vater seinen Sohn bei seinem Weg mitten im Jihad. Die Bindung zwischen den Generationen ist durch Ideologie geprägt: Sie wirkt sinnstiftend und motivierend, zugleich aber vergiftet sie die Umgebung, sorgt für Chaos und Zerstörung als Filmkulisse.

In Deutschland begegnen Akteure der Deradikalisierungsarbeit zunehmend den Schicksalen der Kinder, die in jihadistisch geprägten Familien und Milieus aufwachsen. Dieser Film vermittelt dem Zuschauer die einzigartigen und authentischen Einblicke in die Lebensrealität der Betroffenen. Darin besteht auch die Chance diese Kinder ganzheitlich zu verstehen und Hilfestellungen zu ermöglichen.“

- Florian Endres, Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF)

Bei Interesse an der Problematik der islamistisch begründeten religiösen Radikalisierung empfiehlt das BAMF die folgende Links:

UNICEF

„Der Dokumentarfilm OF FATHERS AND SONS – DIE KINDER DES KALIFATS geht unter die Haut. Mit den Augen von Kindern erlebt der Zuschauer den Albtraum des syrischen Bürgerkriegs. Er begegnet Kindern, die trotz aller Rohheit und Indoktrination doch nur „Kind“ sein wollen. Sie spielen in Ruinen und zerstören Fahrzeuge, schauen ihrem Vater beim Entschärfen von Minen zu, sehnen sich nach Anerkennung und Liebe - und werden zu Soldaten gemacht. Wie alle Kinder versuchen sie ihren Vater zu verstehen und alles „richtig“ zu machen. Der Krieg ist für die Kinder die einzig bestimmende Realität – ohne dass sie je dessen Hintergründe verstehen können. Der Zuschauer spürt, wie sich die allgegenwärtige Gewalt in ihre Seelen schleicht und unmerklich von ihnen Besitz ergreift.“

- Rudi Tarneden, UNICEF Deutschland

Weitere Informationen zur Arbeit von UNICEF unter: unicef.de

Zentralrat der Ex-Muslime

„OF FATHERS AND SONS – DIE KINDER DES KALIFATS beschäftigt sich in bewegenden Bildern mit radikalem Extremismus in Syrien.

Wenn wir über Islamismus sprechen, muss die Rede sein von einer brutalen, faschistischen Bewegung, die noch im 21. Jahrhundert Frauen steinigt, Menschen aufgrund ihres Glaubens oder ihrer sexuellen Orientierung umbringt und Kinder für einen menschenverachtenden Krieg abrichtet.

Dieser Extremismus hat Auswirkungen auf unser aller Leben und wir müssen dieses Problem erkennen und etwas dagegen tun, wie der Film eindrücklich vor Augen führt.“

- Mina Ahadi, Zentralrat der Ex-Muslime

Informieren Sie sich über die Arbeit des Zentralrats der Ex-Muslime unter: exmuslime.com

HAYAT-Deutschland

„Der Film dokumentiert ein jihadistisches Milieu in Syrien, seine Botschaft ist aber nicht auf dieses geschundene Land beschränkt. Kinder, die in den Zwängen totalitärer Ideologien aufwachsen, gibt es überall, auch in Deutschland. Die wichtigsten Bezugspersonen dieser Kinder, ihre Eltern, missbrauchen das kindliche Urvertrauen für ihre eigenen ideologischen Ziele. Den Kindern wird alles genommen, was ihnen ein selbstbestimmtes Leben ermöglichen würde. Statt Lebensfreude, Liebe und eine Bildung, die sie zu kritisch denkenden Menschen heranwachsen lässt, lernen sie von klein auf, andere Menschen abzuwerten und zu hassen. Und doch sollten wir diese Kinder nicht aufgeben. Es lohnt sich, um jedes einzelne von ihnen zu ringen. Dazu bedarf es Menschen in ihrer Nähe, denen die Kinder vertrauen können, für die das Wohl und die Wünsche der Kinder im Vordergrund stehen. Diese Menschen zu identifizieren und zu unterstützen ist ein Ansatz, den HAYAT-Deutschland seit 2012 in Deutschland verfolgt. Wir haben Methoden und Ansätze entwickelt, um Eltern, Familien und Freunde von radikalisierten Personen zu beraten und mit ihnen zusammen zu arbeiten, um gegebenenfalls den Radikalisierungsprozess des Angehörigen zu verhindern, zu verlangsamen oder umzukehren. Nicht immer gelingt es, es ist aber immer der Mühe wert im Interesse der Kinder und im Interesse einer friedlichen Gesellschaft.“

- Claudia Dantschke, Leiterin der Initiative HAYAT-Deutschland

hayat-deutschland.de

Prof. Jan Ilhan Kizilhan, Traumaexperte und Dozent an der Dualen Hochschule Villingen-Schwenningen

„Talal Derki zeigt in seinem einzigartigen Film OF FATHERS AND SONS einfühlsam, still und doch kraftvoll und mächtig wie tödlicher Hass, Aggression und Brutalität wie ein Krebsgeschwür im Gedächtnis der Kinder durch den eigenen Vater eingenistet werden und eine Zerstörung gegen sich und andere unaufhaltsam wird. Der Dokumentarfilm von Talal Derki bietet die seltene Gelegenheit, den Familienalltag, die Psychologie des Terrors, roh und unverhüllt mit einer Realität zu zeigen, die zu Syrien und anderen Teilen der arabischen Welt gehört. Wer die Psychologie des Terrors verstehen will muss sich diesen Film anschauen.“

- Prof. Jan Ilhan Kizilhan, Traumaexperte

Jiyan Foundation for Human Rights

„OF FATHERS AND SONS zeigt eindrucksvoll, wie Gewalt auf Kinderseelen wirkt. Die Jiyan Foundation for Human Rights erlebt in Ihrer Arbeit im Nordirak täglich welche seelischen Wunden Krieg, Hass und Gewalt innerhalb der Familie bei Kindern hinterlassen. Der Krieg in Syrien und der Terror des IS und anderer radikaler Gruppen hat hunderte Kinder indoktriniert, militarisiert und zu Kindersoldaten gemacht. Durch unsere langjährige Erfahrung in der traumatherapeutischen Arbeit mit Kindern und Familien wissen wir: Auch für diese Kinder gibt es Hoffnung und Heilung! Dafür brauchen sie verlässliche und fachgerechte therapeutische Betreuung. Die Jiyan Foundation ist der einzige Anbieter von Therapien speziell für Kinder und Jugendliche im Nordirak. Seit 2018 bilden wir auch in Nordsyrien angehende Psychologen, Pädagogen und Sozialarbeiter als psychologische Berater und Beraterinnen aus.“

- Salah Ahmad, Psychotherapeut für Kinder und Jugendliche, Gründer und Leiter der Jiyan Foundation for Human Rights

Weitere Informationen unter: jiyan-foundation.org

Cast & Crew

  • Regisseur

    Talal Derki

  • Schnitt

    Anne Fabini

  • Kamera

    Kahtan Hasson

  • Sounddesign

    Sebastian Tesch

  • Musik

    K.S. Elias

  • Produzenten

    Ansgar Frerich, Eva Kemme, Tobias Siebert, Hans Robert Eisenhauer

  • Ko-Produzent

    Talal Derki

  • Ausführende Produzenten

    Dan Cogan, Jenny Raskin, Geralyn White Dreyfous

  • Produziert von

    BASIS BERLIN Filmproduktion

  • Koproduziert von

    Ventana Film, Cinema Group Production, Südwestrundfunk, Rundfunk Berlin Brandenburg in Kollaboration mit ARTE

  • In Zusammenarbeit mit

    Impact Partners

  • Produktionsländer

    Deutschland, Syrien, Libanon

  • Gefördert von

    Sundance Institute Documentary Film Program, IDFA Bertha Fund, The Arab Fund for Arts and Culture, Screen Institute Beirut, Medienboard Berlin-Brandenburg, German Film Fund, Doha Film Institute, The Netherlands Consulate General (Special Advisor for Syria)

Komplette Crew Liste auf IMDB.